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24. Februar 2010

Bedauern um Rücktritt Käßmanns

"Ich bedauere den Rücktritt von Margot Käßmann sehr", sagt Inge Höger, Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE und Mitglied im Verteidigungsausschuss.

Höger weiter: "Vertreter von Politik und Militär, die nach Käßmanns Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr Anfang Januar erbost waren über ihre klaren Worte, reiben sich nun schadenfroh die Hände. Mit dieser Vorsitzenden ist der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) endlich wieder zu einer wahrnehmbaren Stimme gegen Krieg und Militarisierung geworden", so Höger.

"Der erzwungene Rücktritt Käßmanns zeigt die Doppelmoral der hiesigen Meinungsmacher. Wann tritt eigentlich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zurück, der für die vielen Toten in Afghanistan mitverantwortlich ist?“, fragt sich die Linke-Politikerin.
 
"Alkohol am Steuer ist unverantwortlich. Ich bezweifle allerdings, ob die Medienöffentlichkeit mit einer weniger kritisch eingestellten Persönlichkeit genauso gnadenlos umgegangen wäre wie mit Bischöfin Käßmann. Hinzu kommt, dass Käßmann als erste Frau in ihrem Amt ganz besonders unter Druck geraten ist." Patriarchale Sprüche wie "Frauen am Steuer, das wird teuer" seien in Deutschland immer noch Gang und Gäbe, kritisiert die Abgeordnete.

Dennoch hofft Höger, dass sich die EKD im Allgemeinen und Käßmann im Besonderen weiterhin für eine friedliche Politik einsetzen.