28. Juli 2011 Inge Höger

Inge Höger: NATO ist auch im Kosovo Teil des Problems

„Sowas kommt von sowas: Die NATO braucht sich über die Eskalation im Nord-Kosovo nicht zu wundern. Ihre Balkan-Politik bringt die verschiedenen Volksgruppen gegeneinander auf“, kommentiert Inge Höger, Vertreterin der Linksfraktion im Verteidigungsausschuss des Bundestages, die neuerliche Eskalation zwischen Serben und Albanern im nördlichen Kosovo.

Höger weiter:

„Dass vermutlich bald weitere Bundeswehr-Soldaten in die Konfliktregion geschickt werden, wird die Probleme nur verschärfen“, kommentiert Höger die NATO-Pläne, das „Operative Reservebataillon“ (ORF) in das Kosovo zu verlegen. Diesem Bataillon gehören 550 deutsche Soldaten an. „Die Menschen im Kosovo brauchen keine weitere Militarisierung. Sattdessen sollte die Bundesregierung die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region in den Mittelpunkt stellen“, sagt die Bundestagsabgeordnete, die im Juni selbst das Kosovo besucht und dort Gespräche mit VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen geführt hat.

„Die NATO und insbesondere Deutschland verfahren im Kosovo nach der Devise ,teile und herrsche‘. Deshalb ist der Versuch, zwischen Serben und Albanern zu schlichten, pure Heuchelei.“ Nun sei offensichtlich, dass die KFOR-Mission nicht zur Befriedung des Kosovo beiträgt, so die abrüstungspolitischer Sprecherin ihrer Fraktion.