6. Januar 2011 Inge Höger

Sofortiger Abzug statt programmierter Eskalation

"Die Bundeswehr muss ihre Kampfhandlungen im Norden Afghanistans umgehend einstellen und die  Vorbereitungen für eine Ausweitung der Gefechte beenden. Nur so kann Deutschland glaubwürdig die Federführung des Afghanistan-Dossiers bei den Vereinten Nationen (VN) übernehmen", erklärt Inge Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, angesichts der Ankündigung, dass Deutschland als nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrates nun für den Bereich Afghanistan bei den VN  zuständig sein wird.

"Die Ankündigung der NATO auf ihrem Lissaboner Gipfel, sie wolle ihre Truppen zum Jahreswechsel 2014/15 aus Afghanistan abziehen, war ganz offensichtlich nicht der Beginn einer Phase des Friedens in Afghanistan, sondern der Auftakt für eine Intensivierung der Kampfhandlungen. So haben Bundeswehreinheiten erstmals mit Luftlandeoperationen in Kämpfe eingegriffen, die Zahl  der Kriegsopfer im Einsatzgebiet der Bundeswehr ist über die Feiertage gestiegen und es ist geplant weitere deutsche und US-amerikanische Spezialeinheiten im Norden des Landes zu stationieren.Die Bundeswehr rechnet damit, in den nächsten Wochen harte Gefechten in Afghanistan zu führen. Doch eine aktive Kriegspartei kann niemals überzeugend für Frieden und Einhaltung des Völkerrechts eintreten, deswegen gibt es keine Alternative zum sofortigen und vollständigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan."