Ni'lin, Palästina: Leben an der Mauer; Friedensverhandlungen, Checkpoints, illegaler Siedlungs- und Mauerbau
Der 20-jährige palästinensische Aktivist Saeed Amireh wird über das Leben in Ni'lin und den Widerstand gegen die von Israel gebaute völkerrechtswidrige Mauer zum Westjordanland berichten. Saeed Amireh kommt auf Einladung des schwedischen Parlaments nach Europa und wird in zahlreichen europäischen und deutschen Städten Veranstaltungen durchführen.
Ni'lin ist ein Dorf, das, durchschnitten von der Siedlerstraße 446, umgeben von Siedlungen und an die Mauer angrenzend, mit am stärksten von der israelischen Besatzung des Westjordanlands betroffen ist.
Seit die israelische Armee im Jahr 2008 begann, Olivenbäume zu zerstören, um Platz für die Mauer zu schaffen, gibt es kontinuierliche Proteste in Ni'lin. Dafür zahlen sie einen hohen Preis: Seit 2008 sind bei den gewaltlosen Protesten fünf Menschen von der israelischen Armee erschossen worden, hinzu kommen unzählige Verletzte und die mehr als 500 Verhafteten. Saeed selber wurde als Aktivist während gewaltloser Demonstrationen bereits mehrfach angeschossen, er wurde verhaftet und mit 17 Jahren für vier Monate eingesperrt.
Die Proteste gewinnen auch international zunehmend an Aufmerksamkeit. Der Nachrichtensender Al Jazeera hat kürzlich begonnen, für eine Dokumentation zu recherchieren, die berichten wird, auf welche Weise der Widerstand in palästinensischen Dörfern wie Ni'lin den „arabischen Frühling“ inspiriert hat. Für Saeed geht es bei dem Widerstand „nicht um eine Einstaaten- oder eine Zweistaatenlösung, es geht nicht um Namen, es geht um einen gerechten Frieden, um Freiheit und es geht um unsere Würde!”
Die Veranstaltungsreihe in Deutschland wird vom Deutschen Kooperationskreis Palästina Israel und in Berlin von zahlreichen lokalen Initiativen unterstützt.