Bericht von der Veranstaltung mit Malalai Joya am 30.11.11 in Bielefeld
Die afghanische Menschenrechtsaktivistin Malalai Joya ist eine außergewöhnliche Frau. Sie war Abgeordnete im ersten demokratischen Parlament Afghanistans. Dort trat sie mit nur 23 Jahren entschieden gegen die Kriegsherren auf und hielt ihnen mutig und unmissverständlich ihre zahlreichen Verbrechen vor. Trotz vier Attentate und zahlreicher Morddrohungen kämpft sie entschlossen weiter gegen Terror und Unterdrückung, für Frauen – und Menschenrechte in Afghanistan.
Die Bundestagsfraktion DIE LINKE hat sie eingeladen, damit sie im Vorfeld der „Afghanistan-Konferenz“ der Bundesregierung über die aktuelle Lage und die afghanische Friedensperspektiven berichtet. Sie bereiste verschiedene deutsche Städte. Auf Einladung von MdB Inge Höger machte sie am 30. November 2011 Station in Bielefeld.
Engagiert und beeindruckend beschrieb Malala Joya die aktuelle Situation der Menschen, die weiterhin katastrophal und von zahlreichen Menschenrechtsverletzungen dominiert sei. Besonders Frauen hätten nach wie vor massiv zu leiden. Berichte über angebliche Verbesserung seien pure Heuchelei und Propaganda der kriegsführenden Nato-Staaten!
Die Medien weltweit aber verschwiegen Proteste der demokratischen Opposition gegen das Karsai-Regime. Diese passten eben nicht in das Bild z.B. einer Bundeswehr, die am Hindukusch für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte kämpfe.
Die Taliban als auch das Karsai-Regime, das von den Nato-Truppen unterstützt werde, spielten eine gleich schlechte Rollen: „Jetzt sitzen wir zwischen den Feinden, in der Falle - den Taliban auf der einen Seite und den US- und Nato-Streitkräften und ihren befreundeten Warlords auf der anderen.“
Die Geschichte zeige, dass Demokratie nicht von fremden Truppen aufgezwungen werden könne. Nationen und Völker könnten sich nur selbst befreien.
Die afghanische Opposition brauche jetzt Unterstützung, betonte Malalai Joya. Die Demonstration vieler Menschen für den Abzug aller fremden Truppen aus Afghanistan - wie am 3. Dezember 2011 - sei ein unentbehrliches Zeichen!
Trotz Unterdrückung, Krieg und persönlicher Gefährdung kämpft Malalai Joya mit beeindruckendem Optimismus und Entschlossenheit weiter für ein demokratisches Afghanistan. Unterstützt wird sie dabei auch von den Bundespolitikerinen aus NRW Inge Höger, Kathrin Vogler und Ulla Jelpke.