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10. Oktober 2009

Krise und verfehlte Arbeitsmarktpolitik verschärfen gesundheitliche Bedrohung

Zum Internationalen Tag der seelischen Gesundheit am 10.Oktober erklärt Inge Höger, stellv. Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages: „Seelische Gesundheit muss genauso ernst genommen werden wie körperliche!“. Höger weiter:

Die seelische Gesundheit spiele in der Versorgung, der Gesundheitsförderung und der Prävention eine viel zu geringe Rolle, stellt MdB Inge Höger, DIE LINKE, fest. Oft würden seelische Erkrankungen nicht richtig diagnostiziert, den Betroffenen drohe Stigmatisierung und Unter- oder Fehlversorgung. Dabei nähme derzeit die Zahl seelischer Erkrankungen besonders stark zu. Auch die Weltgesundheitsorganisation gehe davon aus, dass sie im Jahr 2020 die häufigsten Erkrankungen sein werde, berichtet MdB Höger.

"Wenn man sich mit der seelischen Gesundheit befasst, ist es enorm wichtig, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen“, betont die Politikerin der LINKEN. So verschlechtere beispielsweise Kinderarmut, Arbeitslosigkeit und zunehmende Belastung am Arbeitsplatz die Bedingungen für seelisches Wohlbefinden und Gesundheit. Verheerenden Einfluss gerade in diesem Bereich misst MdB Inge Höger auch der weltweiten Krise und der zunehmend unsichere Arbeitsmarktsituation bei.

So übt die Politikerin der LINKSPARTEI scharf Kritik an der geplanten Arbeitsmarktpolitik der schwarz-gelben Koalition. Wenn etwa wie angekündigt, eine Legalisierung von Kettenbefristung bei Arbeitsverträgen durchsetzt werde, so MdB Höger, dann bedeute das, dass eine wachsende Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter über Jahre in der Warteschleife auf einen sicheren Job gehalten würden. „In dieser Situation droht vielen Menschen Unsicherheit und Angst. Und das macht krank!“ weiß MdB Inge Höger, stellv. Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages.

Zudem sei es Zeit, eine angemessene Versorgung und Prävention seelischer Erkrankungen in Deutschland zu gewährleisten. Gesundheitsförderung und Prävention seien hierzulande bisher viel zu sehr auf die körperliche Gesundheit fokussiert.

Der Blick auf den ganzen Menschen sei zu stärken. In der Versorgung seien die Benachteiligungen der psychischen und psychiatrischen Versorgung gegenüber der somatischen zu überwinden. „Das fängt bei den Honoraren an!“ so MdB Höger. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass Psychiaterinnen und Psychiater bzw. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, ganz unten in der Skala der Einkommen auftauchen – so als ob deren Arbeit weniger wert sei.