10. März 2011 Inge Höger

Streik der Hebammen für ihre Existenzsicherung

Streikende Hebammen in Bielefeld

Am 9. März protestierten die Hebammen aus dem Raum Bielefeld lautstark vor dem alten Rathaus in Bielefeld. Seit Sommer letzten Jahres müssen Hebammen allein für ihre Haftpflichtversicherung jährlich 3.689 Euro bezahlen, ohne dass es eine nennenswerte Anhebung ihrer Vergütungen gegeben hätte. 1992 zahlten sie noch umgerechnet 179 Euro. 

Die schlechte Bezahlung und die drückenden Versicherungsbedingungen sind ein Teil der allgemeinen Frauendiskriminierung, erklärt DIE LINKE. Hebammen, die jeder Mensch braucht, um auf die Welt zu kommen, sind eben Frauen. Die politischen Macher interessiert es einfach nicht, was mit Frauen passiert. Immer mehr Hebammen geben wegen einer drohenden Insolvenz auf. In Bielefeld gab es mal mehr als 15 freie Hebammen. Jetzt sind es nur noch 7 - in Kürze nur noch 6 Hebammen.

Inge Höger ist mit den streikenden Hebammen solidarisch: "Es ist wichtig, dass Sie für Ihre Rechte auf die Straße gehen. Ich wünsche Ihnen Erfolg bei Ihrem wichtigen Kampf um die Sicherung Ihres Einkommens und Ihres für uns Frauen so wichtigen Berufsstandes."


Das Motto der streikenden Hebammen: "Stell Dir vor Dein Kind kommt und KEINE HEBAMME ist da. Wegen Insolvenz geschlossen."


Die Hebammen fordern:

Das muss sich ändern, und zwar sofort!!

Der Staat muss in die Pflicht genommen werden, für eine flächendeckende Versorgung mit Hebammen geradezustehen! Die Krankenkassen müssen Hebammenarbeit angemessen bezahlen!

Die Politik muss sich endlich mit der überaus erfolgreichen Petition der Hebammen aus dem vergangenen Jahr befassen!

Weitere Informationen unter: www.hebammen-nrw.de