1. April 2017 Inge Höger

Stahlhelm des Monats April 2017: Franz Josef Jung

Damit die Rüstungslobby nicht alt aussieht

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat in diesem Monat die Konkurrenz hinter sich gelassen: Die Jury verleiht ihm den Stahlhelm des Monats. Jung zeigt, dass Opferbereitschaft und Karriere zusammen gehören – sein unermüdlicher Einsatz für die Interessen der Rüstungsindustrie beschert ihn nun in reifen Jahren – er feierte Anfang März seinen 68. Geburtstag - einen wohl dotierten Job beim Rüstungskonzern Rheinmetall. Anstatt sich auf die faule Haut zu legen und wie andere Rentner Karten zu spielen oder sich in Ältestenräte wählen zu lassen, kämpft Jung weiter für das Recht des Stärkeren und dessen Durchsetzung mit fein geschliffenen deutschen Waffen.
Mit der Dotierung Jungs mit dem Stahlhelm des Monats will die Jury unterstreichen, wie wichtig eine größtmögliche Durchlässigkeit zwischen Parlament und Rüstungsindustrie ist. Wir brauchen mehr erfahrene Politiker*innen in deutschen Waffenschmieden und wir brauchen mehr Rüstungslobbyist*innen in deutschen Parlamenten. Wir brauchen mehr solche Jungs!
Ein weiterer Pluspunkt von Franz Josef Jung ist, dass er passionierter Zeitungsleser ist. So hat er 2009 aus der Zeitung erfahren, dass die Bundeswehr unter seiner Verantwortung im afghanischen Kundus über 100 Zivilist*innen getötet hat. Das hat ihm zwar einen Ministersessel gekostet, aber eins ist sicher: Die Rüstungsgüter, die er künftig als Aufsichtsratsmitglied von Rheinmetall produzieren lässt, werden ihr Ziel nicht verfehlen. Hut ab! Und Helm auf!