21. Dezember 2011 Inge Höger

DIE LINKE unterstützt die Demonstration der Bethel-Beschäftigten

Erst ausgliedern, dann in die Arbeitslosigkeit schicken und am Personal und der Hygiene sparen, damit Millionengewinne in den Kassen klingeln. Jetzt, wo die Mißstände im Bethel-Konzern die Schlagzeilen füllen, soll mit ein bisschen Kosmetik alles behoben werden. Kontrollen des Gesundheitsamtes führen aber noch nicht zu guter Pflege.
Es muss wieder mehr Geld in den Gesundheitssektor fließen, statt bei maroden Banken zu versickern. Beim Evangelischen Krankenhaus Bielefeld müssen wieder mehr qualifizierte Stellen geschaffen werden.Dafür sind mehr als 200 Pfleger und Pflegerinnen, ausgegliederte Physiotherapeuten, Servicekräfte, Krankenpflegeschüler und -schülerinnen und Wäscherinnen am 15.12 zusammen mit ihren Gewerkschaften – ver.di und IG Metall - auf die Straße gegangen.
Didi Hölscher, Ratsfraktionsgeschäftsführer der Linksfraktion in Bielefeld, hat auf der Demonstration folgende Solidaritätserklärung übergeben.


Solidaritätserklärung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir von der LINKEN sind heute hier, um euch Beschäftigten in Bethel unsere Solidarität und Unterstützung zu überbringen. Es kann nicht angehen, dass hunderte Milliarden Euro in ein marodes und unersättliches Bankensystem gesteckt werden, aber für das Gesundheitswesen angeblich nichts mehr übrig ist.

Es ist dreist, wenn der Pressesprecher von Bethel die Millionengewinne des EvKB´s  mit Ausgliederungen, Personalkürzungen, Lohndumping und Leiharbeit erklärt, aber gleichzeitig so tut, als ob Bethel ein gemeinnütziges „diakonisches“ Unternehmen sei.

Auch jetzt, wo die Presse alles aufgewirbelt hat und Bethel nicht mehr länger eure katastrophalen Arbeitsbedingungen hinter einem Meer an wohlfeilen Phrasen verstecken kann, versucht eure Konzernspitze das Ganze mit ein bisschen Kosmetik in den Griff zu kriegen. Man hofft, dass bald Gras über die ganze Sache gewachsen ist.

Was alle wissen müssten: Bethel ist ein profitorientierter Konzern, ein Arbeitgeber wie jeder andere, der seine Gewinne auf dem Rücken seiner Mitarbeiter macht. Ausgliederung, Dumpinglöhne und Leiharbeit zeigen, dass auch in einem diakonischen Unternehmen die Beschäftigten ihre Rechte selbst vertreten müssen.

Wie alle anderen Beschäftigten in unserem Land habt auch ihr das Recht zum Streik!
Eins ist in den letzten Wochen klar geworden: Eure Interessen, die Interessen von überlasteten Pflegern und Ärzten, ausgegliederten Wäschereiarbeiterinnen, Krankengymnastinnen, Hauswirtschaftern und Reinigungskräften, vertritt die Bethel-Konzernspitze nicht. Die könnt ihr nur selbst vertreten, zusammen mit eurer Gewerkschaft ver.di.

Deshalb ist eure heutige Demonstration die richtige Antwort auf die unsoziale Politik eures Arbeitgebers. Patientenhotline und Kontrollen durch das Gesundheitsamt schaffen noch keine gute Pflege. Ihr braucht endlich wieder mehr Stellen, damit die ewige Arbeitsüberlastung ein Ende hat und gute Pflege wieder möglich wird.

Kreisverband DIE LINKE Bielefeld Carsten Strauch, Kreissprecher
Ratsfraktion DIE LINKE Bielefeld Fraktionsvorsitzende Barbara Schmidt
Inge Höger MdB, Fraktion DIE LINKE