Zur aktuellen Berichterstattung über den EHEC-Erreger hat die LAG Gesundheit und Soziales der Partei DIE LINKE in NRW diese Erklärung abgegeben:
Im Stil einer Kriegsberichterstattung wird aktuell über die Todesgefahr durch EHEC-Erreger im Gemüse berichtet. „Bauern pflügen wegen EHEC auf ihren Feldern zehntausende Salatköpfe unter….Unikliniken in Norddeutschland kommen wegen der EHEC-Welle bald an ihre Kapazitäts-Grenzen. Blutplasma wird langsam knapp…. Zahl der Toten steigt ständig weiter…EHEC-Darmkeim wütet in Deutschland“ heißt es da unter anderem. Tonnenweise wird derzeit Gemüse geschreddert, untergepflügt, weggeschmissen.
Seuchen wie Pest, Cholera und Pocken, die spanische Grippe-Epidemie 1918 – 1920 sind als Bedrohung im Gedächtnis der Bevölkerung. So ist zu erklären, dass Pandemie-Angst-Kampagnen der letzten Jahre wie Hongkong- (SARS), Vogel-, Schweinegrippe möglich sind. Bei letzterer entstand dem deutschen Gesundheitswesen ein Schaden von einer Milliarde EURO. Die dafür verantwortliche - durch massive Interessenkonflikte belastete - Ständige Impfkommission (STIKO) wurde inzwischen bis auf wenige Ausnahmen ausgetauscht. Die angebliche Seuchengefahr war übertrieben worden, damit die Pharmaindustrie ihre Impfstoffe verkaufen konnte, die dann gar nicht gebraucht wurden.
Im letzten Jahr starben hierzulande etwa 850 000 Menschen. Neben vielen anderen Todesursachen werden allein 100 000 dem Rauchen, 16 000 dem Alkoholkonsum, 10 000 resistenten Keimen aufgrund mangelnder Hygiene als Todesursache zugeschrieben. Deshalb erklärt Helga Ebel, Sprecherin der LAG Gesundheit und Soziales: „Niemand will eine Krankheit kleinreden, aber im Vergleich dazu sollte die Bundesregierung bei dem EHEC-Risiko mal die Kirche im Dorf lassen und vernünftig damit umgehen.“
Woher der EHEC-Erreger kommt, ist nach wie vor unklar. Trotzdem wurde vor dem Verzehr von Gemüse, insbesondere Salat, Gurken und Tomaten gewarnt. Nachdem erst Gurken aus Spanien schuld sein sollten, musste dieser Vorwurf von der Ministerin zurückgenommen werden. „Offensichtlich produziert die industrielle Landwirtschaft immer neue Risiken, das sollten VerbraucherInnen beachten und auf einheimisches Obst und Gemüse ausbiologischem Anbau zurückgreifen“, ergänzt die Sprecherin Inge Höger, MdB.
Des Weiteren kann es mit der Hygiene gern ein wenig übertrieben werden. Vor dem Zubereiten von Speisen Händewaschen mit Seife, Wischtücher und Schwämme täglich auskochen, Obst und Gemüse vor der Zubereitung gründlich waschen usw. Und selbstverständlich ist im Verdachtsfall eine medizinische Einrichtung aufzusuchen.