21. November 2011 Inge Höger

Junger Palästinenser sprach über gewaltfreien Widerstand

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Inge Höger, DIE LINKE, machte der 20jährige Saeed Amireh aus Palästina auf seiner Informationsreise durch zahlreiche europäische Städte Stopp in Herford.
Im vollbesetzten Wahlkreisbüro berichtete er eindrücklich und durch persönliche Nähe sehr berührend vom Leben und Widerstand in seinem Dorf Ni´lin.
Das 5000 Einwohner zählende kleine Dorf nahe der offiziellen Grenze zwischen Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten sei zerteilt durch die Siedlungsstraße 446 und durch eine meterhohe Mauer, berichtete Saeed. Für den Bau der völkerrechtswidrigen Mauer habe die israelische Armee zahlreiche Olivenbäume zerstört, und damit den palästinensischen Bauern die Lebensgrundlage entrissen.
Seit 2008 leisten Saeed und sein Dorf gewaltlos Widerstand gegen Landnahme, Besatzung, Willkür  und gegen die Mauer. Der Bericht zeigte eindrucksvoll, welchen hohen Preis die Menschen vor Ort, auch Saeed und seine Familie, dafür zahlen müssen. Das Leben sei geprägt durch hohe Arbeitslosigkeit, nächtliche Razzien, Schüsse, Verletzte, Verhaftungen und Tod. Auch er selbst , ebenso wie sein Vater und sein Lehrer seien als Teilnehmer gewaltloser Demonstrationen mehrfach  verhaftet und angeschossen worden.
Trotz Lebensgefahr, Schikane und Willkür von Seiten der israelischen Armee soll der gewaltlose Widerstand weitergehen. „Es geht uns um einen gerechten Frieden, um Freiheit und um unsere Würde“, betonte der junge Palästinenser.
Ziel der zahlreichen Veranstaltungen während der Reise durch Europa sei es, Öffentlichkeit für die Situation der Palästinenser zu schaffen. „Die Welt soll uns bemerken und soll reagieren“, forderte Saeed.
Im Anschluss an die Veranstaltung im Wahlkreisbüro wurde spontan Geld gesammelt zur Unterstützung für Saeed und den gewaltlosen Freiheitskampf der Palästinenser im Dorf Ni´lin.