Mittwoch, 15.6.2011, 19.00 Uhr, Cafe Uferlos (Bismarckallee 11), Münster
Podiumsdiskussion mit
Dr. M. Sommerfeld (Ärzte in Sozialer Verantwortung)
Rüdiger Sagel (Landtagsabgeordneter DIE LINKE)
„Atomkraftwerke sind sicher“ – das ist die Botschaft, die uns die Atomindustrie und deren Vertreter in Politik, Medien und Wissenschaft immer wieder erzählen. Spätestens seit der furchtbaren Katastrophe von Fukushima sind immer weniger Menschen bereit, dies zu glauben. Gleichzeitig ist das Themenfeld sehr vielseitig. DIE LINKE möchte mit Euch über einiger dieser Teilaspekte diskutieren:
Warum abschalten?
Immer wieder wird uns eingeflüstert, Atomkraft ist eigentlich gar nicht so gefährlich und die Folgen eines möglichen Unfalls gar nicht so schlimm. Doch welche Folgen hat ein Super-GAU tatsächlich für Mensch und Natur? Kann man ein AKW überhaupt so schnell runter fahren? Und vor allem: Stimmt die Behauptung ein Atomausstieg würde zu Engpässen bei der Energieversorgung führen? Zu diesem Aspekt haben wir Dr. M. Sonnenabend von der IPNNW (Ärzte in sozialer Verantwortung) aus Bielefeld eingeladen.
Demokratie und Energie – ein Widerspruch?
DIE LINKE fordert seit ihrem Bestehen den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft und das Abschalten aller AKW in Deutschland. Eine solche Forderung steht im Gegensatz zu den Profitinteressen der vier großen Energiekonzerne in Deutschland. Der Gewinn dieser vier Konzerne lag 2009 zusammen bei 24 Milliarden Euro.
Egal wer bisher regierte, immer gelang es der Atomlobby, auf die politischen Entscheidungen maßgeblichen Einfluss zu nehmen. Das wirft Fragen auf: Ist es nicht an der Zeit, die Energieversorgung unter demokratische Kontrolle zu stellen? Und wie kann das konkret aussehen? Dazu spricht der Ex-Grüne Rüdiger Sagel, heute NRW-Landtagsabgeordneter der LINKEN.
Ist die Nutzung der Atomkraft wirklich friedlich?
Die „friedlich Nutzung der Atomenergie“ ist ein Mythos. Die Erfahrung zeigt, dass die Atomindustrie sehr eng mit der Rüstungsindustrie verflochten ist. Atomwaffen werden genauso wenig im luftleeren Raum hergestellt wie die Produktion von Uranmunition. Diese Munition wurde in der Vergangenheit von NATO-Staaten in verschiedenen Regionen eingesetzt. Die Anzahl von Krebs- und Todesfälle stiegen in diesen Regionen deutlich an. Doch wie genau funktioniert die Arbeitsteilung zwischen Rüstungs- und Atomlobby? Gibt es diese Zusammenarbeit auch in Deutschland? Und wie könnte eine Welt ohne Atomwaffen aussehen?