Anwendung von Desinfektionsmitteln – Gut gegen Corona, schlecht für eine intakte Mikroflora

Der gezielte und sinnvolle Einsatz von Desinfektionsmaßnahmen hat bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie einen nicht zu überschätzenden Stellenwert. Den Desinfektionsmitteln haben wir es zu verdanken, dass lokale Ausbrüche begrenzt, Infektionsketten unterbrochen und Menschenleben gerettet werden konnten. Auch haben wir ihnen zu verdanken, dass systemrelevante Bereiche unseres Gemeinwesens auch während der Pandemie ihren Aufgaben gerecht wurden und weitgehend funktionierten.

Dies alles steht eindeutig auf der Habenseite von Desinfektionsmitteln und rechtfertigt den systematischen Einsatz solcher Mittel. Problematisch wird es allerdings, wenn solche Mittel sinnlos, unkritisch und im Übermaß angewandt werden. Und damit ist noch nicht einmal der gleichermaßen dumme wie gefährliche Ratschlag gemeint, diese Mittel vorbeugend zu trinken. Nein gemeint sind die kaum zu verhindernden Auswirkungen dieser Mittel auf die uns umgebende natürliche Mikroflora.

Gängiges Desinfektionsmittel kann Resistenzen fördern

Jede Desinfektionsmaße führt in letzter Konsequenz zu einigen wenigen Mikroorganismen, die sich der Wirkung des Desinfektionsmittels entziehen können und überleben. Dieser Erkenntnis musste sich schon vor Jahren die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA stellten, als es ihr nicht gelang, trotz intensivster chemischer und physikalischer Desinfektionsmaßnahmen ihre Raumsonden völlig keimfrei zu bekommen und Biologen nach solchen Maßnahmen überlebende Bakterien und Pilze nachweisen konnten. Nun kann man einwenden, dass es sich bei den Methoden der NASA um extreme Maßnahmen gehandelt habe, die im Kampf gegen eine Pandemie nicht zum Einsatz kommen würden.

Das ist richtig, nur schützt diese Erkenntnis nicht vor der Selektion multiresistenter Keime, wie Beobachtungen und wissenschaftliche Studien aus dem medizinischen Umfeld zeigen. Schon vor einiger Zeit viel auf, dass nach erfolgreicher Einführung rigoroser Hygienemaßnahmen gegen den gefährlichen multirestenten Krankenhauskeim MRSA, parallel zur Abnahme von Infektionen mit diesem Kein, solche mit einem resistenten Darmkeim zunahmen. Forscher der Universität Melbourne untersuchten den Keim mit dem Namen Enterococcus faecium näher und stellten fest, dass die Bakterien vor Einführung der Maßnahmen gegen MRSA wesentlich empfindlicher auf einen Desinfektionsalkohol reagierten als solche Keime, die nach Einführung der MRSA-Maßnahmen im Krankenhaus isoliert worden waren. Es scheint also der mit Desinfektionsmitteln erfolgreich gegen MRSA geführte Kampf die Nebenwirkung zu haben, dass andere Bakterien und vielleicht auch Pilze davon profitieren, die sich erfolgreich gegen eben solche Desinfektionsmittel zur Wehr setzen können.

Soll man deshalb den Kampf gegen MRSA oder Corona aufgeben? Natürlich nicht. Man muss sich aber darüber bewusst sein, dass mit Desinfektionsmitteln in biologische Systeme eingegriffen wird, die immer in der Lage sind, sich den veränderten Umweltbedingungen anzupassen und Resistenzen auszubilden, nicht nur gegen Antibiotika, sondern auch gegen Desinfektionsmittel. Vor dem Hintergrund, dass die meisten Bakterien, Pilze und Viren für uns harmlos sind, sollte im Privathaushalt oder während einer Pandemie genau überlegt werden wie, wann und wo Desinfektionsmittel angewandt werden.

Grundsätzlich ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln auch im privaten Umfeld sinnvoll, wenn Infektionsketten von hoch ansteckenden Erregern wie Corona oder MRSA durchbrochen werden müssen oder wenn Risikogruppen vor Ansteckung geschützt werden sollen. Darüber hinaus sollten Desinfektionsmittel Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen vorbehalten bleiben, damit ihre Wirksamkeit erhalten bleibt.

Fazit: Der Einsatz von Desinfektionsmitteln ist zur Unterbrechung von Infektionsketten und Schutz von Risikogruppen überlebenswichtig. Deshalb sollte ihre Anwendung rationalen Kriterien der Hygiene und des Infektionsschutzes folgen, damit Bakterien, Pilze und Viren keine Chance erhalten, gegen häufig angewandte Desinfektionsmittel Resistenzen zu erwerben.

UEFA Europa League kommt wieder nach Corona-Pause – Return To Play

Am 5. August wird die UEFA Europa League wieder den Spielbetrieb aufnehmen und damit den angefangenen Wettbewerb endlich zu Ende spielen. Durch die grassierende Corona-Pandemie wurde der Wettbewerb damit um fast fünf Monate verschleppt. Das Problem der Spielorte wurde dahingehend gelöst, dass nach den ausstehenden Rückspielen des Achtelfinals in vier deutschen Stadien der gesamte Wettbewerb beendet wird. Ein deutliches Zeichen der UEFA an die hervorragende Arbeit, die in Deutschland geleistet wurde, als es darum ging den Fußball wieder zurückkehren zu lassen.

Das Achtelfinale zuerst beenden – deutsche Mannschaften vor dem Aus

Deutsche Teams hatten in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit dem Wettbewerb der UEFA Europa League. IN der Vorsaison aber hatte Eintracht Frankfurt einen brillanten Lauf, der die Mannschaft im Halbfinale gegen Chelsea London bis ins Elfmeterschießen brachte. Selbst der Titelgewinn war möglich. In dieser Runde konnte die Eintracht bisher diese Leistungen nicht wiederholen, auch wenn die Gruppenphase erneut überstanden wurde. Im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Basel aus der Schweiz gab es eine demoralisierende 0:3-Niederlage auf dem eigenen Platz und die Chancen auf ein Weiterkommen sind minimal. In Basel brächte die Eintracht ein echtes Fußballwunder, um doch noch ins Viertelfinale einziehen zu können. Auch der VfL Wolfsburg steht nach 1:2-Heimniederlage gegen Schachtar Donezk vor dem Aus im Wettbewerb. Nur Bayer Leverkusen konnte sich mit einem 3:1-Auswärtssieg bei den Rangers in Glasgow gekonnt in Szene setzen und gilt als Bank für das Viertelfinale.

Das gesamte Achtelfinale ist bisher chaotisch zusammengestellt. Während die meisten Mannschaften auf ihr Rückspiel seit Monaten warten, haben zwei Matches noch nicht einmal das Hinspiel absolviert. Inter Mailand gg. FC Getafe und FC Sevilla gg. AS Rom müssen noch ganz neu gegeneinander antreten. Beide Partien sollen in einem Einzelspiel in Deutschland entschieden werden, da sonst die Logistik und Fairness nicht mehr gewährleistet werden kann. Zu den heiß umkämpften Rückspielen zählen die Partien Wolverhampton gg. Olympiacos (Hinspiel: 1:1) und FC Kopenhagen gg. Basaksehir Istanbul (Hinspiel: 0:1). Diese Rückspiele wiederum werden im Stadium des offiziellen Heimteams ausgetragen. Die Mannschaften reisen erst danach zu den vier deutschen Spielorten (Köln, Duisburg, Gelsenkirchen und Düsseldorf) an. Was bedeutet das Wettanbieter in Deutschland?

Ab dem Viertelfinale auf deutschem Boden – wer bringt die beste Form mit ins Endturnier?

Die Auslosung für das gesamte Endturnier hat bereits stattgefunden und es kann sogar ein deutsch-deutsches Duell geben. Der Sieger aus Wolfsburg/Donezk trifft auf den Sieger aus Frankfurt/Basel, auch wenn es höchst unwahrscheinlich ist, dass sich auch nur eine der beiden deutschen Mannschaften hier durchsetzen kann. Reizvoll wäre es, würde es doch für ein deutsches Team die Tür zum Halbfinale aufstoßen. Der Sieger aus Basaksehir/Kopenhagen muss wohl gegen Manchester United antreten, die nach einem 5:0-Auswärtserfolg in Linz keinerlei Gefahr mehr ausgesetzt sind, dieses Viertelfinale zu verpassen. Bayer Leverkusen, ebenfalls nahe an der Qualifikation, muss sich mit dem Sieger aus Inter Mailand und FC Getafe auseinandersetzen. Gegen Inter zu spielen, wäre sicherlich eine traumhafte Begegnung, die dann leider ohne Zuschauer stattfinden würde. Das Viertelfinale wird komplettiert durch das Match des Siegers aus Sevilla/Rom gegen den Sieger aus Olympiacos/Wolverhampton. Auch eine reizvolle Paarung, unabhängig vom Ausgang des Achtelfinals.

Im Halbfinale entscheiden sich die Siegmannschaften

Experten erwarten im ersten Halbfinale ein großartiges Aufeinandertreffen europäischer Großklubs. Manchester United scheint auf ihrem Weg kaum aufzuhalten, denn auch der Sieger aus Basaksehir/Kopenhagen wäre krasser Außenseiter. Sehr wahrscheinlich wird dann ein Halbfinale gegen den FC Sevilla oder den AS Rom, die als stärker eingeschätzt werden, als ihr potentieller Gegner, der Sieger aus Olympiacos/Wolverhampton. Der Sieger aus dem wahrscheinlichen Viertelfinalspiel Inter Mailand/Leverkusen müsste dann im Halbfinale Donezk oder Basel aus dem Weg räumen, was eine sehr machbare Aufgabe erscheint.

Am Ende ein Klassiker zum Finale

Das Endspiel der UEFA Europa League wird in Köln gespielt werden. Inter Mailand und Manchester United können in der aktuellen Konstellation als Topfavoriten auf den Einzug in dieses Endspiel gezählt werden. Aber es sind einige unbekannte Variablen zu klären. Welche Mannschaft kommt mit Form aus der Corona-Pause? Wer hat den besten Kader zusammen und kann ursprünglich verletzte Spieler wieder einsetzen? So viele Faktoren können die Europa League in völlig anderen Bahnen verlaufen lassen. Fußballfans dürfen sich auf die Spiele freuen, auch wenn das Liveerlebnis im Stadion weiterhin unmöglich ist.