Politik

Welche Parteien stehen zur Wahl 2025?

Welche Parteien stehen zur Wahl 2025? Alle 41 zugelassenen Parteien, ihre Programme im Vergleich und aktuelle Umfragen zur Bundestagswahl am 23. Februar 2025.

Von Inge Höger 9 Min. Lesezeit

welche parteien stehen zur wahl 2025

Zur Bundestagswahl 2025 standen insgesamt 41 zugelassene Parteien auf den Stimmzetteln — von den großen Volksparteien bis hin zu kleinen Vereinigungen, die kaum ein Prozent der Wählerinnen und Wähler kennt. Wer genau kandidiert hat, wie das Zulassungsverfahren funktioniert und was die wichtigsten Parteien inhaltlich voneinander unterscheidet, zeigt dieser Überblick.

Übersicht: Welche Parteien stehen zur Wahl 2025?

Die Frage, welche Parteien zur Wahl 2025 stehen, lässt sich auf zwei Ebenen beantworten: auf der rechtlichen und auf der politischen. Rechtlich entscheidet die Bundeswahlleiterin darüber, welche Vereinigungen zur Bundestagswahl zugelassen werden. Für die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wurden 41 Parteien und Vereinigungen anerkannt — deutlich mehr als die Zahl, die letztlich auf jedem einzelnen Stimmzettel erscheint, denn Landeslisten gelten nur für das jeweilige Bundesland.

Die Zulassung durch die Bundeswahlleiterin ist kein Automatismus. Parteien, die nicht bereits im Bundestag oder in mindestens einem Landtag vertreten sind, müssen Unterstützungsunterschriften einreichen — in der Regel ein Promille der Wahlberechtigten des jeweiligen Bundeslandes, mindestens jedoch 200 Unterschriften. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass nur Vereinigungen antreten, die eine gewisse Verankerung in der Bevölkerung nachweisen können.

Politisch relevant sind vor allem die Parteien, die realistische Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben. Die Fünf-Prozent-Hürde oder drei gewonnene Direktmandate sind die entscheidenden Schwellen. Wer sie verfehlt, erhält zwar keine Bundestagssitze, beeinflusst durch seine Zweitstimmen aber indirekt die Sitzverteilung — Stichwort Zweitstimmendeckung: Stimmen für Parteien unter der Hürde verfallen nicht ganz wirkungslos, sondern erhöhen den Anteil der im Bundestag vertretenen Parteien an der Gesamtstimmenzahl.

Die etablierten Kräfte: Parteien im 20. Deutschen Bundestag

Im 20. Deutschen Bundestag — also dem Parlament, das bis zur Wahl 2025 im Amt war — saßen sechs Fraktionen: SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, AfD und Die Linke. Diese Parteien waren kraft ihrer Parlamentszugehörigkeit automatisch zur Wahl 2025 zugelassen, ohne zusätzliche Unterschriften sammeln zu müssen.

SPD trat mit Olaf Scholz als Kanzlerkandidat an. Die Sozialdemokraten setzten im Wahlkampf vor allem auf Mindestlohnerhöhungen, staatliche Investitionen in Infrastruktur und eine soziale Abfederung des wirtschaftlichen Wandels. Nach dem Zerbrechen der Ampelkoalition im November 2024 war die SPD jedoch geschwächt in die Wahl gegangen.

CDU/CSU nominierte Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten der Union. Das Programm der Unionsparteien betonte Wirtschaftsliberalismus, eine restriktivere Migrationspolitik und die Stärkung der inneren Sicherheit. In den Umfragen der letzten Monate vor der Wahl führte die Union mit Abstand.

Bündnis 90/Die Grünen kandidierten mit Robert Habeck und setzten auf Klimaschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie sozialen Zusammenhalt. Nachdem die Grünen in Teilen der Bevölkerung für die Wärmepumpenpolitik der Ampelregierung kritisiert worden waren, lag die Partei in Umfragen deutlich unter ihrem Ergebnis von 2021.

FDP zog mit Christian Lindner in den Wahlkampf. Die Liberalen warben für Steuersenkungen, Bürokratieabbau und eine angebotsseitige Wirtschaftspolitik. Nach dem Koalitionsbruch musste die FDP fürchten, an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

AfD erzielte in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 regelmäßig Werte zwischen 18 und 22 Prozent und war damit die zweitstärkste Kraft in der Sonntagsfrage. Mehr zum inhaltlichen Profil der Partei findet sich im Artikel über das AfD Programm 2025.

Die Linke kämpfte um den Wiedereinzug in den Bundestag. Nach der Abspaltung des BSW im Jahr 2024 war die Partei stark geschwächt. Ohne drei Direktmandate oder fünf Prozent der Zweitstimmen drohte der Rauswurf aus dem Parlament.

BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) trat als neue Kraft an. Gegründet im Januar 2024, hatte das BSW bei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg teils zweistellige Ergebnisse erzielt. Die Partei verbindet sozialpolitisch linke mit außenpolitisch konservativen Positionen — ein Profil, das in ostdeutschen Bundesländern besonders verfing.

Wahlprogramme im Vergleich: Die Kurzfassung der Schwerpunkte

Ein direkter Blick auf die Wahlprogramme im Vergleich zeigt: Die Unterschiede zwischen den Parteien sind bei einigen Themen erheblich, bei anderen überraschend gering.

Wirtschaft und Steuern: CDU/CSU und FDP plädieren für Unternehmenssteuersenkungen und den Abbau von Regulierungen. Die SPD setzt dagegen auf öffentliche Investitionen und die Beibehaltung des Solidaritätszuschlags für Spitzenverdienende. Die Grünen wollen einen Klimatransformationsfonds, den sie durch Schulden außerhalb der Schuldenbremse finanzieren möchten. AfD und BSW fordern beide ein Ende der Russland-Sanktionen, um Energiepreise zu senken — aus sehr unterschiedlichen Motiven allerdings.

Migration: Hier klafft die größte inhaltliche Lücke. Die AfD fordert eine konsequente Remigration und den Stopp aller Zuzüge. CDU/CSU wollen Zurückweisungen an der Grenze auch von EU-Bürgern ermöglichen. SPD und Grüne verteidigen das Asylrecht und setzen auf geordnete, aber nicht restriktive Verfahren. Die FDP positioniert sich dazwischen: Begrenzung ja, aber im EU-Rahmen.

Klima und Energie: Die Grünen wollen den Kohleausstieg auf 2030 vorziehen. Die SPD hält am aktuellen Zeitplan fest. CDU/CSU und FDP diskutieren eine Rückkehr zur Kernkraft. Die AfD will Kohle- und Kernkraftwerke langfristig betreiben.

Soziales: Alle Parteien — außer der FDP — sprechen sich für eine Anhebung des Mindestlohns aus, wenn auch in unterschiedlichem Tempo. Die Rente mit 67 ist Konsens in der Mitte, Links und BSW lehnen sie ab.

Einen ausführlicheren Vergleich der politischen Schwerpunkte bietet der Artikel Parteien zur Wahl 2025 Vergleich.

Die Umfragen zur Bundestagswahl 2025 zeigten in den Wochen vor dem 23. Februar ein vergleichsweise stabiles Bild. CDU/CSU führten mit Werten zwischen 29 und 32 Prozent. Die AfD folgte auf Platz zwei mit 18–22 Prozent. SPD pendelte um die 15–17 Prozent, die Grünen zwischen 12 und 15 Prozent.

Besonders spannend war die Frage, welche Parteien es knapp über oder knapp unter die Fünf-Prozent-Hürde schaffen würden. FDP und Die Linke lagen in mehreren Instituten unter fünf Prozent. Das BSW bewegte sich um die vier bis sieben Prozent-Marke — je nach Institut und Erhebungszeitraum.

CDU/CSU: 29–32 % | AfD: 18–22 % | SPD: 15–17 % | Grüne: 12–15 % | BSW: 4–7 % | FDP: 4–6 % | Die Linke: 3–5 % (Durchschnittliche Umfragewerte, Januar/Februar 2025, verschiedene Institute)

Methodisch sei darauf hingewiesen: Umfragen sind Momentaufnahmen. Die Sonntagsfrage misst nicht, wie die Befragten tatsächlich wählen werden, sondern wie sie sich zum Zeitpunkt des Interviews entscheiden würden. Gerade bei knappen Hürdenentscheidungen kann das tatsächliche Ergebnis deutlich abweichen. Die Bundestagswahl 2021 hat gezeigt, wie sehr Prognosen in den letzten Tagen noch kippen können.

Zugleich ist der Trend über mehrere Monate aussagekräftiger als ein einzelner Umfragewert. Die konsistente Zweitplatziertheit der AfD über alle Institute und Zeiträume hinweg war ein deutliches Signal — unabhängig vom konkreten Prozentwert.

Kleinparteien und neue Vereinigungen für 2025

Neben den im Bundestag vertretenen Parteien standen 2025 auch zahlreiche kleinere Vereinigungen zur Wahl. Einige davon waren bundesweit bekannt, andere nur regional relevant.

Volt Deutschland trat erstmals 2021 zur Bundestagswahl an und erzielte damals 0,4 Prozent. Die paneuropäisch ausgerichtete Partei setzt auf mehr EU-Integration, einen gemeinsamen europäischen Haushalt und progressive Sozialpolitik. Bei den Europawahlen 2024 erzielte Volt 2,6 Prozent — ein Hinweis darauf, dass die Partei bei Europawahlen besser abschneidet als bei nationalen Urnengängen.

Die Partei — formal: PARTEI, gegründet von Satiriker Martin Sonneborn — ist seit Jahren ein festes Element des politischen Lebens. Sie erzielte bei der Europawahl 2024 gut 1,9 Prozent, was ihr zwei Mandate sicherte. Zur Bundestagswahl 2025 trat sie ebenfalls an, ohne realistische Einzugschancen.

Freie Wähler (FREIE WÄHLER) sind in Bayern als Koalitionspartner der CSU etabliert, kamen aber bei der Bundestagswahl 2021 nur auf 2,4 Prozent. Für 2025 traten sie erneut an, mit dem Ziel, durch Direktmandate oder den Sprung über fünf Prozent in den Bundestag einzuziehen.

Tierschutzpartei und ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) sind weitere Vereinigungen mit langjähriger Geschichte, die jedoch bei Bundestagswahlen selten mehr als ein Prozent erreichen.

Neu und bemerkenswert für 2025: Das Bündnis Deutschland — eine konservativ-wirtschaftsliberale Vereinigung, die Teile der ehemaligen Werteunion anzusprechen versuchte — wurde von der Bundeswahlleiterin zugelassen. Ähnliches gilt für einige regionale Listen, die nur in einzelnen Bundesländern auf den Stimmzetteln standen, da sie keine bundesweiten Landeslisten eingereicht hatten.

Die Zulassung durch die Bundeswahlleiterin erfolgte nach Prüfung der eingereichten Unterlagen. Parteien müssen ein Parteiprogramm, eine Satzung und den Nachweis einer ernsthaften Organisation vorlegen. Ohne diese formalen Voraussetzungen ist eine Teilnahme an der Wahl ausgeschlossen — unabhängig davon, wie groß die politische Ambitionen sind.

41 zugelassene Parteien bedeuten nicht, dass 41 Parteien auf jedem Stimmzettel stehen. Wer auf dem Zettel in Bayern erscheint, muss dort auch eine Landesliste eingereicht haben.

Insgesamt spiegeln die Kleinparteien und neuen Vereinigungen eine wachsende Fragmentierung des deutschen Parteiensystems wider. Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der zur Wahl zugelassenen Parteien kontinuierlich gestiegen — ein Zeichen sowohl für eine lebendige politische Kultur als auch für schwindendes Vertrauen in die großen Volksparteien.

Wer sich für die Verfassungsgrundlagen des deutschen Wahlsystems interessiert, findet auf dieser Seite auch einen Artikel darüber, was das Bundesverfassungsgericht macht — denn die Regelungen zur Parteizulassung und zur Fünf-Prozent-Hürde wurden mehrfach vor dem höchsten deutschen Gericht verhandelt.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Welche Parteien stehen zur Wahl 2025?
Zur Bundestagswahl 2025 am 23. Februar 2025 wurden insgesamt 41 Parteien und Vereinigungen von der Bundeswahlleiterin zugelassen. Auf den Stimmzetteln standen jedoch nur jene Parteien, die in dem jeweiligen Bundesland auch eine Landesliste eingereicht hatten.
Wann fand die Bundestagswahl 2025 statt?
Die Bundestagswahl 2025 fand am 23. Februar 2025 statt. Sie wurde vorgezogen, nachdem die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP im November 2024 zerbrochen war und Bundeskanzler Olaf Scholz die Vertrauensfrage gestellt hatte.
Wie viele Stimmen hat man bei der Bundestagswahl?
Bei der Bundestagswahl hat jede wahlberechtigte Person zwei Stimmen: die Erststimme für eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten im eigenen Wahlkreis und die Zweitstimme für eine Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Sitzverteilung im Bundestag.
Welche Parteien sind nach der Bundestagswahl 2025 im Bundestag vertreten?
Nach dem Ergebnis der Bundestagswahl 2025 zogen CDU/CSU, SPD, AfD, Bündnis 90/Die Grünen sowie das BSW in den Bundestag ein. FDP und Die Linke verpassten die Fünf-Prozent-Hürde und hatten keine ausreichenden Direktmandate, um einzuziehen.
Was bedeutet Zweitstimmendeckung bei der Bundestagswahl?
Zweitstimmendeckung beschreibt den Mechanismus, bei dem Stimmen für Parteien unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde rechnerisch den im Bundestag vertretenen Parteien zugutekommen. Sie erhöhen den relativen Anteil der erfolgreichen Parteien an der Gesamtstimmenzahl und damit deren Sitzanteil.
Wie werden Parteien zur Bundestagswahl zugelassen?
Die Bundeswahlleiterin entscheidet über die Zulassung. Parteien, die nicht bereits im Bundestag oder einem Landtag vertreten sind, müssen Unterstützungsunterschriften einreichen — in der Regel ein Promille der Wahlberechtigten im jeweiligen Bundesland, mindestens 200 Unterschriften. Außerdem sind ein Parteiprogramm, eine Satzung und der Nachweis einer ernsthaften Organisation erforderlich.